Andacht zur Woche


„Der Engel des HERRN rührte Elia an und sprach:
Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.“
(1. Könige 19,7)

 

Elia hat schon einen langen Weg hinter sich. In diesem Moment, als er von dem Engel angesprochen wird, sitzt er in der Wüste und will sterben. Kurz zuvor hatte er Menschen einer anderen Religion getötet und nun wurde er deswegen verfolgt. Hinter ihm liegt eine Blutspur. Ein Wettstreit der Worte und der Machtbekundung endete in Gewalt und Elia war vorne mit dabei. Was ist da schiefgelaufen? Wo hat er die Ausfahrt verpasst? Er landet auf seiner Flucht in der Wüste, in der Einsamkeit. Er hat die Orientierung verloren. Er bittet um den Tod.

 

In dieser Situation schickt Gott einen Engel und richtet Elia wieder auf. Er schenkt ihm einen heilsamen Schlaf, Essen und Trinken und dann aufmunternde Worte: „Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir!“ Elia bekommt eine Zukunft, Hoffnung und eine Perspektive.

 

Elia hat für Gott gekämpft und ist dabei zu weit gegangen. Er hat etwas gemacht, das eigentlich unverzeihlich ist. Aber Gott hat ihn für seine Arbeit auf der Welt gebraucht. Elia ist wie jeder Mensch: er macht sich schuldig, er bemerkt seine Schuld und leidet darunter, er ist nicht unbegrenzt belastbar. Elia hat Gott für einen kurzen Moment aus dem Blick verloren und sich gleich mit.

 

Auch wir machen uns Tag für Tag schuldig. Wir durchleben Wüstenzeiten, in denen wir nicht mehr wissen, wer wir sind, in denen wir einsam sind, wo wir die Orientierung verlieren. Eine Müdigkeit breitet sich dann aus, die in uns ist, die nichts mit unserem Alter zu tun hat. Manchmal haben wir Momente, in denen wir des Lebens Müde sind. Für manche geht diese Wüstenzeit bis zu dem Gedanken an den Tod. Ein Tod, der uns aus dieser Verzweiflung befreien könnte.

 

Aber es geht auch anders. Gott kennt unsere Schwächen und steht auf unserer Seite. Manchmal muss uns ein Engel wach rütteln und uns stärken, uns Kraft geben und eine Perspektive. Diese Perspektive kann uns Gott geben.

 

Krisenzeiten gibt es für uns alle. Manche Krisen betreffen uns persönlich, andere unsere ganze Gesellschaft. Auf wen vertrauen wir in einer Krise? Wie behalten wir unsere Kraft in einer Krise? Wie schaffen wir es, dass wir uns und andere in einer Krise stärken, Kraft geben und Orientierung? Wie müssen wir unser Zusammenleben gestalten, damit niemand auf der Strecke bleibt?

 

Gott gibt uns Antworten auf diese Fragen. Auf Gott zu vertrauen heißt, gestärkt, mit Kraft und Orientierung weiterzugehen, auch wenn eine Wüstenzeit hinter- oder vor uns liegt. So wünsche ich uns in unserer Krisenzeit ein besonnenes und geduldiges Herz.

 

Bleiben Sie behütet.

 

Ihre Gemeindepädagogin Sarah von Biela

psalm



Alte Andachten


„Der Menschensohn ist gekommen,
zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.“
(Lukas 19,10)

 

Wir alle machen Fehler. Eine Lüge führt zu nächsten. Eine Tat führt zur Nächsten. Etwas wird verschwiegen und das führt zu weiterem Schweigen. Wir haben die Wahl die Wahrheit zu sagen, eine Tat zu gestehen oder die Tatsachen auf den Tisch zu legen. Aber oft reden wir uns ein, dass wir diese Wahl nicht haben, dass es schlimmer wird, wenn wir diesen Kreislauf durchbrechen. Wir haben Angst, dass wir durch unser Handeln eine Freundschaft zerbrechen.

 

Was wäre, wenn wir es wagen würden? Wenn wir ehrlich wären, wenn wir das, was wir denken und fühlen, auf den Tisch legen würden?

 

Wir wären verletzlich, aber wir schenken unserem Gegenüber Vertrauen. Vertrauen in die Fähigkeit, Reue zu verstehen und zu vergeben.

 

Durch unsere Fehler fühlen sich Menschen verletzt, nicht wahrgenommen, hintergangen. Wir wollen durch Folgefehler versuchen diese Schuld zu verstecken. Wir haben Angst zuzugeben, dass wir eine Schuld auf uns geladen haben und dass wir für einen seelischen Schaden verantwortlich sind.

 

Was wäre, wenn wir den Fehler entdecken und nicht verstecken? Was wäre, wenn wir die Wahrheit sagen, die Tat gestehen und das Schweigen brechen? Was wäre, wenn wir ab heute das richtige tun?

 

Aber was ist, wenn wir uns verloren fühlen und keine Kraft haben, um das Richtige zu tun? Wir haben Angst vor Ablehnung und Rache.

 

In der Bibel steht: „Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.“ Jesus ist für uns auf die Erde gekommen. Für jede*n von uns. Er will uns Kraft geben, uns den Rücken stärken und bei uns sein, wenn wir beschließen, anderen zu vertrauen und unseren Teufelskreis der Fehler zu durchbrechen.

 

Bleiben Sie behütet!

 

Ihre Gemeindepädagogin Sarah von Biela

Psalm



Gott sagt: Fürchte dich nicht! Ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein! (Jesaja 43,1)

 

Samuel Harfst hat ein Lied geschrieben, das mich tief berührt. Die ersten Zeilen lauten:

 

Ist es nicht wunderbar, an diesem Tag zu sein?

Es ist ein Privileg, erachte es nicht als klein!

 

In der Tat: es ist ein Privileg, es ist wunderbar, zu sein, zu existieren. Und nicht nur das! Es ist ein Privileg, geliebt zu sein, gewollt zu sein, von Gott gesehen, von Gott geliebt zu sein. Die Alten nannten das Erwählung. Gott hat dich erwählt! Wir würden heute eher sagen: Gott hat dich ausgesucht. Du bist etwas ganz besonderes für ihn, so einzigartig und wunderbar, wie du bist.

 

Ist es nicht wunderbar, an diesem Tag zu sein?

Es ist ein Privileg, erachte es nicht als klein!

 

Dieses Privileg, von dem Samuel Harfst singt, ist unsere Menschenwürde. Sie macht uns aus. Sie zeichnet uns aus. Und sie ruft uns heraus: sie ruft uns heraus aus dem bloßen Existieren. Unsere Menschenwürde ist uns Auszeichnung und Verpflichtung!

 

Wenn ich als Mensch der Aufmerksamkeit Gottes würdig bin, wenn das meine Menschenwürde ist, dann ist völlig klar: Menschenwürde gilt nicht nur mir. Sie gilt jedem Menschen! Dem Flüchtlingskind, das unter menschenunwürdigen Bedingungen in einem Flüchtlingslager in der Türkei oder in Griechenland oder im Libanon oder in Lybien dahinvegetieren muss, ohne ausreichende Versorgung, voller Angst davor, ob es den nächsten Tag übersteht;

 

Menschenwürde gebührt dem jungen Schwarzen in Amerika, der sich nicht sicher sein kann, ob er gleich in eine Polizeikontrolle gerät, bloß weil seine Hautfarbe dunkel ist; und der Angst haben muss, von gewaltbereiten, rassistisch denkenden Polizisten um sein Leben gebracht zu werden;

 

Menschenwürde gebührt jedem Menschenkind auf dieser Welt, das gerade gequält, misshandelt, sexuell ausgebeutet wird und sich nicht dagegen wehren kann.

 

Menschenwürde – die Würde die Gott jedem Geschöpf auf dieser Erde gibt, einfach so aus seiner unendlichen großzügigen, weitherzigen Liebe heraus – gilt allen.

 

Das ist nicht bloße Theorie; das will konkret werden. Das ist ansteckend. Wenn ich von Gott so privilegiert bin, dann kann ich gar nicht anders. Ich muss das weitergeben.

 

Und deshalb bin ich aufgerufen, für die Menschenwürde einzutreten, für sie aufzustehen, für sie aktiv zu werden.

 

Es treibt mir die Schamesröte ins Gesicht, wie gleichgültig, wie behäbig wir sind! Ich kann nicht ruhig schlafen, mich macht es verrückt, wenn ich an all die getretenen, geplagten, vernachlässigten Menschen auf dieser Erde denke. Es dreht mir das Herz im Leib herum, auch wenn sie gerade keine Schlagzeile in den Medien wert zu sein scheinen – noch nicht einmal das!

 

Wenn es für mich ein Privileg ist, auf dieser Welt zu sein, dann ist es umso mehr mein Privileg, und meine verdammte Christenpflicht und Schuldigkeit, für die zu sprechen, deren Menschenwürde missachtet wird!

Das Wort aus dem Jesajabuch sagt mir: 'Gott glaubt an dich!' Und er tut auch heute noch Wunder, Stunde um Stunde, Tag für Tag!

Wo kannst du heute ein Wunder tun im Namen der Menschenwürde? Wo kannst du heute dafür sorgen, dass die nicht vergessen werden, die nicht für sich selber sprechen können?

 

Bleiben Sie behütet!

 

Ihre Pfarrerin Antje Böhme

Glauebnsbekenntnis


Ich glaube an Gott, der die Welt nicht fertig geschaffen hat wie ein Ding, das immer so bleiben muss; der nicht nach ewigen Gesetzen regiert, die unabänderlich gelten nicht nach natürlichen Ordnungen von Armen und Reichen,

Sachverständigen und Uninformierten,

Herrschenden und Ausgelieferten,

 

Ich glaube an Gott,

der den Widerspruch des Lebendigen will und die Veränderung aller Zustände, durch unsere Arbeit, durch unsere Politik.

 

Ich glaube an Jesus Christus, der recht hatte, als er - ein einzelner, der nichts machen kann - genau wie wir, an der Veränderung aller Zustände arbeitete, und darüber zugrunde ging.

An ihm messend erkenne ich, wie unsere Intelligenz verkrüppelt, unsere Phantasie erstickt, unsere Anstrengung vertan ist, weil wir nicht leben wie er lebte!

 

Jeden Tag habe ich Angst, dass er umsonst gestorben ist, weil er in unseren Kirchen verscharrt ist, weil wir seine Revolution verraten haben in Gehorsam und Angst vor den Behörden.

Ich glaube an Jesus Christus, der aufersteht in unser Leben dass wir frei werden von Vorurteilen und Anmaßung, von Angst und Hass; und seine Revolution weitertreiben auf sein Reich hin!

 

Ich glaube an den Geist, der mit Jesus in die Welt gekommen ist, an die Gemeinschaft aller Völker, und unsere Verantwortung für das, was aus unserer Erde wird: ein Tal voll Jammer Hunger und Gewalt oder die Stadt Gottes;

Ich glaube an den gerechten Frieden, der herstellbar ist, an die Möglichkeit eines sinnvollen Lebens für alle Menschen, an die Zukunft dieser Welt Gottes. Amen

 

(von Dorothee Sölle)


Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam. Und mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen. Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wer von ihnen Land oder Häuser hatte, verkaufte sie und brachte das Geld für das Verkaufte und legte es den Aposteln zu Füßen; und man gab einem jeden, was er nötig hatte. Josef aber, der von den Aposteln Barnabas genannt wurde – das heißt übersetzt: Sohn des Trostes –, ein Levit, aus Zypern gebürtig, der hatte einen Acker und verkaufte ihn und brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füßen.

(Apostelgeschichte 4,32-37)

 

Nächstenliebe, kaum ein anderes Thema wird so eng in Verbindung mit dem christlichen Glauben gebracht. Damit gehen oft Erwartungen einher, denen kaum jemand gerecht werden kann. Immer nett. Immer freundlich. Immer auf das Beste für den Nächsten bedacht. Wenn man nach Nächstenliebe im Internet sucht, lauten die ersten zwei Ergebnisse: „Was ist christliche Nächstenliebe?“ und „Was ist das Doppelgebot der Liebe?“ Selbst für Google und die Algorithmen des Internets ist Nächstenliebe eng mit dem Christentum verbunden.

 

Der heutige Predigttext beschreibt das Ideal der Nächstenliebe anhand der Gemeinschaft der ersten Christ*innen. Lukas schreibt in der Apostelgeschichte, dass die ersten Christ*innen „ein Herz und eine Seele“ waren. Hierbei kommt dem ein oder anderen vielleicht eine Fernsehserie in den Sinn, die von weniger Harmonie geprägt war, als es die Redewendung nahelegte. Lukas bleibt nicht bei diesem harmonischen Bild, sondern seine Beschreibung geht sogar soweit, dass klar wird: Die Christ*innen lebten in einer Gütergemeinschaft. Doch bei Geld hört die Freundschaft bekanntlich auf. Sprichwörter haben auch immer einen wahren Kern. So kann ich der idyllischen Harmonie von Lukas auch nicht so recht trauen. Später ist in der Apostelgeschichte zu lesen, dass doch nicht immer alles so harmonisch verlief. Und durchgesetzt hat sich diese Art der Gemeinschaft auch nicht. Das hat sicher seine Gründe.

 

Doch was machen wir nun mit diesen krassen Anforderungen? Das Thema des heutigen Sonntags lautet „Der Glaube im Alltag“. Den Glauben durch Nächstenliebe sichtbar machen. So könnte die Konsequenz aus den Beobachtungen bis jetzt lauten. Aber endet das nicht in unserer Überforderung? Was ist, wenn ich mal nicht gut drauf bin? Gar unfreundlich zu meinem Nächsten? Was ist, wenn ich mich selbst nicht liebe(n kann), wie soll ich dann meinen Nächsten lieben? Vergesse ich bei der ganzen Nächstenliebe auch manchmal mich selbst zu lieben? Sigmund Freud griff genau diese Fragen auf und formulierte, dass die Nächstenliebe in dieser absoluten Form „die stärkste Abwehr der menschlichen Aggression [ist]. Das Gebot ist undurchführbar.“

 

Ich denke nicht, dass das Gebot undurchführbar ist und dass unbedingte Harmonie Ausdruck dieser Liebe sein muss. Die Bibel erzählt von Erfahrungen, die Menschen mit Gott machten. Menschen mit all ihren Fehlern. Menschen in ihrer Unvollkommenheit. Selbst Jesus war nicht immer harmonisch. Als er zu dem sinkenden Petrus sagt: „Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?“, kann ich darin auch nicht nur das geringste Zeichen der Nächstenliebe entdecken. Und so ist es. Manchmal sind wir enttäuscht, traurig, wütend oder einfach nur schlecht drauf. Das macht uns nicht zu schlechten Christ*innen, sondern zu Menschen. Zu Menschen, die von Gott auch mit ihren Fehlern angenommen sind, denn „wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade noch viel mächtiger geworden“ (Röm 5,20).

 

Bleiben Sie behütet.

 

Gemeindepädagogin Ulrike Freihofer, Region Querfurt

Psalm


Ich will den HERRN loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.

 

Meine Seele soll sich rühmen des HERRN, dass es die Elenden hören und sich freuen.

 

Preiset mit mir den HERRN und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen!

 

Da ich den HERRN suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht.

 

Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude, und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden.

 

Als einer im Elend rief, hörte der HERR und half ihm aus allen seinen Nöten.

 

Der Engel des HERRN lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.

 

Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist.

 

Wohl dem, der auf ihn trauet!

 

Fürchtet den HERRN, ihr seine Heiligen!

 

Denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel.

 

Reiche müssen darben und hungern; aber die den HERRN suchen, haben keinen Mangel an irgendeinem Gut.

 

Psalm 34, 2-11


"Gott ist die Liebe.
Und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm."

(1. Johannes 4,16)

 

Am Sonntag feiern wir Trinitatis, das Fest der Dreifaltigkeit Gottes. Warum tun wir das, und worum geht es bei diesem Fest?

Für mich geht es um die Liebesgeschichte Gottes mit uns Menschen.

 

Gott liebt die Welt, sonst hätte er sie nicht geschaffen. Und er liebt die Menschen, also uns, dich und mich. Wir sind seine Geschöpfe. Als Schöpfer ist er, Gott, über mir.

 

Zugleich ist Gottes Liebe so groß, dass er in Jesus zur Welt kommt. In Jesus verschenkt er sich an uns, er hält nichts zurück, selbst das Leben seines Sohnes nicht. Als Liebender ist er, Gott, neben mir und mit mir.

 

Gottes Liebe ist noch größer. Er sendet den Heiligen Geist. Weil er mit uns verbunden sein will. Weil er in unserer Nähe sein will. Als Heiliger Geist ist er, Gott, in mir.

 

Trinitatis bringt mich zum Staunen über diesen großen Gott! Er macht sich die Mühe, mich wichtig zu finden! Er macht sich die Mühe, mich zu beschenken mit seiner Liebe! Dieser unendliche große Gott nimmt sich meiner an, er sieht mich! Vor Gott bin ich jemand! Ich bin nicht nebensächlich im weiten Weltall, ich brauche mich niemals unter Wert zu verkaufen.

 

Ich habe eine Würde, weil der liebende Gott sich so um mich müht. Und das hat Folgen: ich behandele andere mit derselben Würde.

 

Die Liebe Gottes ist nicht bloße Theorie; sie ist eine begeisternde Praxis. Sie steckt an. Wenn ich ein geliebter Mensch Gottes bin, dann kann ich gar nicht anders, als diese Liebe weiter zu geben. Die Liebe begeistert mich, sie versetzt mich in Bewegung, in Schwung.

 

An Trinitatis feiere ich den von Liebe bewegten Gott, der mich zur Liebe bewegt. Dieser Gott, der die Liebe ist, ist alles andere als starr oder unbeweglich, oder festgefügt. Er ist dynamisch, er verändert sich, er will in Gemeinschaft und im Gespräch sein.

 

Gott will und kann nicht bei sich bleiben, sondern er will bei uns sein.

 

Wenn ich an den dreieinigen Gott glaube, dann macht das meinen Glauben ein Stück weit persönlicher. Es bringt mich Gott näher. Ich spüre den Vater, der mich liebt, der mir vergibt und der mich behütet. Ich spüre Jesus, der mich versteht, der mich kennt und der mich so liebt, wie ich bin. Ich spüre den liebenden Geist Gottes, der mich hoffen lässt, der mich stärkt, der mir Zuversicht gibt.

 

Ich bin nicht allein, ich stehe in der Gemeinschaft der Kirche, eine Gemeinschaft, die wichtiger ist, als es viele merken. Ich habe immer einen Ort und Menschen, wohin ich gehen kann.

 

Die Kirche ist vielfältig. Genau wie der christliche Glaube vielfältig ist und bunt und immer in Bewegung. Weil Gott selbst in sich bunt und lebendig und vielfältig ist.

 

Magst du dir Gottes Liebe schenken lassen? Und wem willst du sie weiterschenken?

 

Bleiben Sie behütet!

 

Ihre Pfarrerin Antje Böhme

Psalm


Auf dich vertraue ich.

 

Ich habe es gehört: Harre des Herrn!

Sei getrost und unverzagt! Harre des Herrn!

 

Du hörst mein Rufen. Du verstehst mein Seufzen.

Tief im Herzen weiß ich:

Dich suchen und dich finden, das ist es, was ich brauche.

 

Deine Stimme möchte ich hören,

von Angesicht zu Angesicht dir begegnen.

Nichts soll zwischen dir und mir sein.

 

Zeige mir den rechten Weg.

 

Ebne du die Straße durch diese Zeit.

Bewahre mich in den Engpässen und in den vielen Gefahren des Lebens.

 

Hätte ich keine Hoffnung, und wärest du nicht mein Ziel,

was bliebe mir dann?

Nun aber bin ich voll Zuversicht, deine Güte zu erleben.

 

Auf dich vertraue ich.

Ich habe es gehört: Harre des Herrn!

Sei getrost und unverzagt! Harre des Herrn!

 

(nach Psalm 27)


Alle Jünger wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt

und fingen an, in fremden Sprachen zu reden.

Die Menge kam zusammen. Fassungslos hörte jeder die Jünger in seiner eigenen Sprache reden.

„Wie ist das möglich?“ riefen sie.

(Apostelgeschichte 2, 4-8)

 

Das klingt zu schön, um wahr zu sein: Menschen verstehen einander. Obwohl sie verschiedene Sprachen sprechen.

 

Meine Alltagserfahrung ist eine andere: obwohl wir dieselbe Sprache sprechen, reden wir doch häufig aneinander vorbei. Es gelingt mir nicht, den richtigen Ton zu treffen. Meine Worte kommen beim anderen nicht an. Dass wir die gleiche Sprache sprechen, heißt noch lange nicht, dass wir uns auch verstehen.

 

Viel zu oft bin ich im Gespräch abgelenkt und unkonzentriert, ich bin in Gedanken mit mir selbst beschäftigt, ich höre nur mit halbem Ohr zu und feile innerlich bereits an meinem nächsten Argument. Wenn meine Aufmerksamkeit nicht bei meinem Gesprächspartner ist, dann überhöre ich ganz schnell die Frage oder das Anliegen des anderen. Ich ziehe voreilige Schlüsse, ich reagiere zu schnell, will immer die passende Antwort parat haben, will unbedingt etwas loswerden. Missverständnisse häufen sich, wir reden aneinander vorbei, geraten vielleicht sogar in Streit.

 

Wir verstehen uns einfach nicht.

 

Kann es das geben, wovon die Pfingstgeschichte erzählt?

 

Gibt es eine Sprache, die wir lernen können, damit wir uns besser verstehen? Ich meine jetzt nicht Sprachen wie Englisch, Spanisch oder Russisch. Es geht nicht um Vokabeltraining, sondern um die Art, wie wir miteinander sprechen.

 

Ich wünsche mir in jedem Gespräch, in jeder Diskussion ein Pfingstwunder! Einen anderen, einen neuen Geist, um so zu sprechen, dass andere mich verstehen.

 

Was müsste das für ein Geist sein? Jedenfalls kein überheblicher Geist, so nach dem Motto: ich weiß es besser, meine Idee ist die richtige, ich habe Recht!

 

Ich glaube, das Pfingstwunder beginnt da, wo ich dir auf Augenhöhe begegne. Der Geist von Pfingsten weht da, wo ich vor allem Sprechen erst einmal zuhöre, wo ich nicht gleich jedes Wort auf die Goldwaage lege, wo ich dir zuerst mein Wohlwollen und mein Verstehenwollen entgegen bringe.

 

Das Pfingstwunder beginnt mit meinem Willen, dich besser zu verstehen. Und diesen Willen schenkt mir Gott durch seinen Geist.

 

Ich bin sicher: Du verstehst mich, wir verstehen uns, wenn ich mich dir wirklich zuwende, wenn ich bereit bin, dir auch meine Schwäche zu zeigen, meine Verletzlichkeit, meine Sprachlosigkeit und mein Ringen um die richtigen Worte.

 

Pfingsten erzählt von gelingender Kommunikation. Es ist ein Wunder, wenn wir uns einander zuwenden, wenn wir aufmerksam und mitfühlend zuhören und uns wirklich verstehen.

 

Wen möchtest du heute verstehen? Wem wirst du dich heute achtsam zuwenden? Mit wem wirst du heute das Pfingstwunder neu erleben?

 

Es ist möglich, dass wir einander jeder in seiner eigenen Sprache reden hören und verstehen. Ich wünsche dir dein Pfingstwunder!

 

Bleiben Sie behütet.

 

Ihre Pfarrerin Antje Böhme

"GOTT SAGT: ICH WILL MEIN GESETZ IN IHN HERZ GEBEN UND IN IHREN SINN SCHREIBEN, UND SIE SOLLEN MEIN VOLK SEIN, UND ICH WILL IHR GOTT SEIN."

 (Jeremia 31,33)

 

Fehlt dir Gott? Viele sagen heute: Nö - der fehlt mir nicht. Den kenn ich nicht. Gibt’s den überhaupt? Ist der nicht nur ein Hirngespinst?

 

Was fehlt dir? Dazu fällt vielen Menschen eine Menge ein: Ich bin einsam, ich fühle mich allein, ich habe niemanden zum Reden. Das Gefühl kennen viele von uns. Mein Freund, meine Freundin ist ausgezogen. Mit den Worten „Ich liebe dich nicht mehr“ ist die Tür ins Schloss gefallen und ich bin allein.

Oder ein geliebter Mensch ist gestorben. Der Platz, wo er immer gesessen hat, ist leer. Jeder Gegenstand, den er oder sie einmal berührt hat, erinnert mich an ihn oder an sie.

 

Die Düsternis, die sich manchmal im Leben ausbreitet, hat viele Namen.

Schicksalsschläge, Enttäuschungen, das sind Erfahrungen, die weh tun, und ich verstehe gut, wenn manch einer sagt: Jetzt fühle ich von Gott und der Welt verlassen. Ich nenne es meine Wüstenzeiten, wenn ich mich so fühle.

Manchmal kommt Gott einem so unverständlich vor. So fern. So abgehoben von der Realität. Und für viel zu viele ist Gott sowieso schon längst unbekannt verzogen. Keine Ahnung, wo er wohnt, sagen sie. Wie er heißt. Was er tut. Was er will.

 

Aber auch das andere gibt es. Wo ist und wer ist Gott? fragen Menschen. Sie suchen. Manchmal wissen sie gar nicht genau, was. Sie suchen. Wir suchen. Etwas, das einem den Sinn erklärt.

Da ist eine Sehnsucht tief in uns Menschen, ich bin sicher. Eine Sehnsucht, die Bruchstücke unseres Lebens wieder zusammenzufügen zu einem guten Ganzen.

Der Prophet Jeremia kennt diese Sehnsucht. Die Sehnsucht nach Sinn. Die Sehnsucht nach dem nächsten Schritt. Die Sehnsucht nach etwas Neuem. Von einem neuen Bund spricht Jeremia. Und er meint keine Buchstaben, keine Vorschriften, nichts Eingetrichtertes. Er meint etwas, das im Herzen passiert.

 

Ich will mein Gesetz in euer Herz geben und in euren Sinn schreiben, und ihr sollt mein Volk sein und ich will euer Gott sein.

 

Gott will, dass du lebst!

Gott will bei dir wohnen, ganz nah, in deinem Herzen, bei dir.

Das Gesetz im Herzen! Geboren aus der Liebe zwischen Gott und Mensch. Und diese Liebe umfasst alles: das Unglückliche, das Kaputte, genauso wie das Glückliche, Schöne.

 

Gott will, dass du lebst!

Er bindet dich ein in seine Liebe und lässt dich deshalb los. Zärtlich liebt sich Gott in dein Herz hinein, damit du in die Welt hinaus gehen kannst. Stark. Damit du Bündnisse für das Leben schließt. Für das Leben und gegen den ganzen Irrsinn der tobenden Welt. Für das Leben, für die Schöpfung, für eine Welt, die niemandem gehört, für die aber jeder verantwortlich ist!

 

Gott will, dass du lebst!

Er macht dich achtsam dafür, wie du mitten im Durcheinander neue Anfänge finden kannst.

Gott liebt sich in dein Herz, damit du in die Welt gehst und Bündnisse für das Leben kreierst. Bündnisse mit Perspektive und Horizont. Damit kein Mensch mehr sagen muss: Gott fehlt. Mir. In dieser Stadt. In diesem Land. In dieser Welt.

 

Sondern, im Gegenteil, wo das Herz erkennt: Gott wohnt hier. Mitten unter uns.

 

Gott will, dass du lebst!

Er liebt sich in dein Herz. Das bringt dich in Bewegung.

 

Wo finde ich, wo findest du Bündnispartner für das Leben? Wo kann ich, wo kannst du heute anfangen, für die Schöpfung und für den Frieden zu arbeiten?

 

Bleiben Sie behütet!

 

Ihre Pfarrerin Antje Böhme

PSALM


Halte uns fest, Herr. Denn wir halten fest an dir.

 

Du hast dich zu uns geneigt, und wir kennen nichts Besseres als dich.

 

Einige hören auf dich. Auf sie wollen wir achten.

 

Andere nennen deinen Namen, aber sie meinen sich selbst.

 

Das verschließt uns den Mund: Wir können von ihnen nichts lernen.

 

Der Herr ist unser bestes Teil. Er gibt uns, was wir brauchen.

 

Vor ihm wollen wir fröhlich sein.

 

Er sprach uns frei. Tagsüber lobt ihn unser Lied und des Nachts der Schlag unserer Herzen.

 

Wir haben ihn stets vor Augen. Er steht uns bei. Wir kommen nicht zu Fall.

 

Unsere Straße führt in offenes Land, in welchem die Freude lacht.

 

Du zeigst uns den Weg zum Leben.

 

(Psalm 16)


"SIE ALLE HIELTEN EINMÜTIG FEST AM GEBET" (Apostelgeschichte 1, 14a)

 

Vor 156 Tagen feierten wir die Geburt von Jesus Christus. Ein wichtiger Tag in unserem Leben. Einer der wichtigsten. Ein Tag der Familie und der Geschenke, denn Gott schenkte uns seinen Sohn. Aber dieser Tag ist nur der Anfang. Der Anfang unserer Erlösung.

 

Vor 42 Tagen erlebten wir den Kreuzweg Jesu mit, bis hin zur Kreuzigung und dem Tod von Jesus Christus. Ein Tag der Trauer, vor allem für seine Freunde, die dabei waren. Alles schien verloren. Ihr Retter, der Messias, war tot und mit ihm gingen unsere Sünden.

 

Vor 40 Tagen dann das Wunder. Ostern. Der Herr, Jesus Christus, ist auferstanden. Mit der Auferstehung schenkte uns Gott unsere Erlösung. Wir brauchen keine Angst zu haben vor dem Tod. Die Jünger konnten es kaum glauben.

 

Seit dieser Zeit begegnete Jesus seinen Freunden immer wieder. Dann wussten sie: Jesus lebt. Er ist bei uns. Sie erlebten eine intensive österliche Zeit der Freude, weil sie Zeugen waren, von dem Wunder der Auferstehung Jesu.

 

Und heute feiern wir Jesu Himmelfahrt. Ein fröhlicher Tag, weil Jesus zu seinem Vater in den Himmel zurückkehren kann. Ein trauriger Tag für die Jünger, denn sie verlieren Jesus schon wieder, obwohl sie gerade so guter Stimmung waren, weil er den Tod besiegt hatte und bei ihnen war.

 

Abschied nehmen … das fällt vielen Menschen schwer.

 

Oft geben wir uns das Versprechen, dass wir uns wiedersehen, um den Schmerz zu lindern. Und auch Jesus gab den Jüngern ein Versprechen: Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen!

 

Wir küssen und umarmen uns zum Abschied, um uns unsere Zuneigung und Liebe zu zeigen, um den Abschied leichter zu machen. Auch Jesus verabschiedet sich mit dem Zeichen seiner Liebe. Er segnet die Jünger, bevor er auffährt in den Himmel.

 

Und wir versichern uns, dass wir aneinander denken wollen, während wir uns nicht sehen, wir wollen uns oft schreiben oder telefonieren und von unseren Erlebnissen erzählen. Und auch Jesus gibt den Jüngern den Auftrag zu erzählen von dem, was sie mit ihm erlebt haben.

 

Und so sehen sie zu, wie Jesus vor ihren Augen auffährt in den Himmel. Und wieder beginnt für sie eine unsichere Zeit des Wartens. Jesus hat ihnen versprochen den Heiligen Geist zu schicken. Nun warten sie darauf. Sie blieben in dieser unsicheren Zeit zusammen und sie alle hielten einmütig fest am Gebet.

 

Jesu Himmelfahrt ist der Anfang der Apostelgeschichte und sie ist der Anfang der christlichen Gemeinschaft. Der Anfang beginnt mit einem Abschied und Warten. Wir wissen, dass wir in 10 Tagen Pfingsten feiern werden, dass das Warten an diesem Tag für die Jünger Jesu endet. Deshalb können wir heute feiern!

 

Und wir alle halten einmütig fest am Gebet. Amen.

 

Bleiben Sie behütet!

 

Ihre Gemeindepädagogin Sarah von Biela

SEGEN


Gottes Himmel geht über uns auf.

 

Gottes Himmel geht auf uns über.

 

Gottes Himmel ist immer und überall da.

 

Er ist in mir.

 

Er ist um mich herum.

 

Er ist unter mir.

 

Er ist über mir.

 

Gottes Himmel ist immer und überall da.

 

Amen.


"DER HERR IST MEIN LICHT UND MEIN HEIL, VOR WEM SOLLTE ICH MICH FÜRCHTEN?"

(Psalm 27)

 

Da denke ich sofort an Gottes erstes Schöpfungswort: „Es werde Licht!“ Gott hat das Licht geschaffen. Ohne Licht wäre ein Leben auf unserem Planeten nicht möglich. Dieser Tatsache sind wir uns nur selten bewusst.

 

Ich denke an meine so geliebte Ostermorgenandacht um 6 Uhr. Wenn ich in der Kirche ankomme ist es dunkel, duster, grau, verhangen. Wenn wir das Osterlicht hereinholen und einander das Licht weitergeben, wird es immer heller, immer klarer um uns herum. Aus Schatten werden Menschen in deren freundliche, strahlende Gesichter ich schauen kann.

 

Eine meiner tiefsten Erfahrungen machte ich in einem Museum in den Niederlanden, das Blinde für Sehende eingerichtet haben. Sie nahmen uns an der Hand und führten uns ins Dunkel. Wir sahen nicht einmal mehr die sprichwörtliche Hand vor Augen. Nichts. Alles Schwarz. Mich überfiel totale Unsicherheit. Ich tappte und tastete. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich Vertrauen fasste. Ich hörte die Stimme meiner Begleiterin neben mir. Sie machte mich aufmerksam auf Geräusche. Sie wies mich auf unterschiedliche Bodenbeläge hin. Eine ganz neue Welt der Wahrnehmung tat sich mir auf. Und doch war ich unendlich froh, als ich wieder im Licht war. Es ist so selbstverständlich geworden, dass wir jeder Zeit und überall Licht haben. Der Griff zum Lichtschalter reicht, damit es hell wird und auf den Straßen leuchten so viele Lichter, dass die Sterne am Himmel kaum noch eine Chance haben, gesehen und bewundert zu werden. Ich werde die Erfahrung in dem Museum nie vergessen, wie hilflos ich ohne Licht im Dunkeln war.

 

Der Herr ist mein Licht und mein Heil.

 

Mir fällt ein, was Jesus sagt: „Ich bin das Licht der Welt.“ An Jesus können wir in der Welt Gottes Licht erkennen. In Jesu Reden und Handeln, scheint das Licht Gottes in die Welt hinein. Er erzählt von Gottes Liebe, die auch denen gilt, die Schuld auf sich geladen haben. Er heilt Kranke und eröffnet ihnen damit eine neue Zukunft. Er kann sich sogar dem Tod in den Weg stellen. Wer sein Leben an ihm orientiert, der tappt nicht mehr im Dunkeln, sondern hat das Licht des Lebens und das ist zum Weitergeben. Göttliches Licht überträgt sich. Wer sich von Gottes Licht erleuchtet weiß, strahlt selber. Und solche Lichtgestalten, die machen es in meinem Leben hell. Ich bin dankbar dafür, wenn ich das erlebe, wenn so etwas Helles aufblitzt: ein Lächeln, ein paar freundliche Worte von den Nachbarn gegenüber, ein Scherz der Kassiererin im Supermarkt. Da nimmt mich einer Wahr. Da hat ein Mensch Verständnis für mich. Da ist einer freundlich zu mir. Da strahlt eine einfach gute Laune aus. Und es berührt mich. Es lässt ein warmes Gefühl in meiner Seele zurück. Das Leben wird für einen Moment heller.

 

Ihr seid das Licht der Welt.

 

Das traut Jesus uns zu. Wo kann ich, wo kannst du heute mutig sein? Hoffnung ausstrahlen, jemanden stärken. Wo kann ich, wo kannst du der kleine Funke Hoffnung sein?

 

Ein Funke, kaum zu seh´n, entfacht doch helle Flammen. Und die im Dunkeln steh´n, die ruft der Schein zusammen. Wo Gottes große Liebe in einem Menschen brennt, da wird die Welt von Licht erhellt. Da bleibt nichts, was uns trennt.

 

Bleiben Sie behütet!

 

Ihre Pfarrerin Antje Böhme

LIED


PSALM


Der Herr ist mein Licht und mein Heil;

vor wem sollte ich mich fürchten?

 

Der Herr ist meines Lebens Kraft;

vor wem sollte mir grauen?

 

Eines bitte ich vom Herrn, das hätte ich gerne: dass ich im Hause des Herrn bleiben könne mein Leben lang, zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn und seinen Tempel zu betrachten.

 

Denn er deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes und erhöht mich auf einen Felsen.

 

Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe; sei mir gnädig und erhöre mich!

 

Mein Herz hält dir vor dein Wort:

»Ihr sollt mein Antlitz suchen.«

Darum suche ich auch, Herr, dein Antlitz.

Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, verstoße nicht im Zorn deinen Knecht!

 

Denn du bist meine Hilfe; verlass mich nicht und tu die Hand nicht von mir ab, Gott, mein Heil!

 

Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich, aber der Herr nimmt mich auf.

 

Ich glaube aber doch, dass ich sehen werde die Güte des Herrn im Lande der Lebendigen.

 

Harre des Herrn!

 

Sei getrost und unverzagt und harre des Herrn!

 

(aus Psalm 27)